Bauweise

Die Bauweise der Erdställe wirft viele Fragen auf. Sicher ist, dass die Anlagen in traditioneller Bergbauweise in den Untergrund gearbeitet worden sind. Sämtliche Teile eines Erdstalles wurden ohne Abmauerung und ohne Stützen erstellt. Die Wände zeigen deutliche Wergzeugspuren. Die Anlagen wirken labyrinthisch und irrational. Erdställe sind immer „fundleer“. Bei vielen Anlagen wurde für den Bau ein Hilfsschacht in den Untergrund getrieben. Über diese „Bauhilfsschächte“ wurde loses Material nach oben transportiert. Nach dem Bau wurden die Schächte zum Gang hin mit einer Trockenmauer verlegt und verfüllt.

Erdställe werden über schräg abfallende Schlupfgänge oder über senkrechte Schächte betreten. Die Gänge sind so niedrig, dass eine Fortbewegung nur gebückt oder auf allen Vieren möglich ist. Je nach Untergrund schließen die Gänge nach oben im spitzen oder runden Bogen. Längere Gangabschnitte sind in leichten Schlangenlinien angelegt. Sie verlaufen nie alle in der gleichen Richtung und auf derselben Ebene und wechseln mit Stufen und Schlupfstellen ab. Vereinzelte Kammern bieten etwas mehr Raumhöhe und sind manchmal mit sitzbankähnlichen Abstufungen versehen.

Die Gangabschnitte und Kammern sind durch enge Schlupflöcher oder Schlupfröhren miteinander verbunden. Die Schlupflöcher sind horizontal oder vertikal angelegt und gestatten selbst schlanken Menschen ein Durchkommen oft nur mit größter Mühe. In vielen Erdställen finden sich Lichtnischen und etwas größere Wandnischen mit Sitzbänken. Nicht immer sind sie groß genug, um einer Person ausreichend Platz zu bieten.

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