Datierung

Die wenigen bisher durchgeführten Altersbestimmungen von Fundobjekten aus Erdstallanlagen verweisen allesamt ins 10. bis 13. Jahrhundert, also ins Hochmittelalter. Doch die aus Erdställen geborgenen datierbaren Funde wie Holz, Holzkohle oder Keramikscherben stammen wahrscheinlich nicht aus der Bauzeit, sondern sind irgendwann während der Nutzungsphase  der unterirdischen Gänge und Kammern hineingelangt. Sehr häufig wurden Fundgegenstände sogar erst, als Erdställe im Spätmittelalter oder in der frühen Neuzeit aufgegeben und zugeschüttet worden sind, zusammen mit anderem Verfüllmaterial eingebracht.

Historische Texte schweigen sich über die Erdstallanlagen weitgehend aus. Das ist allerdings nicht  allzu verwunderlich, da die Bautätigkeit der breiten Bevölkerung – gleichgültig, ob sie ober- oder unterirdisch vonstatten gegangen ist – in der Vergangenheit nur äußerst selten Spuren schriftlicher Art hinterlassen hat.

Die Archäologie könnte möglicherweise Fragen klären, die von den schriftlichen Quellen unbeantwortet bleiben. Leider sind bislang nur in sehr wenigen Erdstallanlagen umfassende archäologische Untersuchungen durchgeführt worden.